Großbrand bei einer Filsumer Recyclingfirma.
Im November 2006 entwickelte sich auf dem Gelände eines Kunststoffverarbeitungs- und Recyclingbetriebes in Filsum ein außergewöhnlich großer Feuerwehreinsatz. Mehrere Produktions- und Lagerbereiche brannten, eine schwarze Rauchwolke zog über die Region und während des Einsatzes explodierte ein Gastank.
Je nach Bericht wurden 224 beziehungsweise 229 Einsatzkräfte genannt.
Die Druckwelle war weit über das Betriebsgelände hinaus zu spüren.
Trotz des großen Einsatzes und der Explosion wurde niemand verletzt.
Enorme Hitze und kilometerweit sichtbarer Rauch
Besonders Kunststoffballen und weitere gelagerte Materialien sorgten für starke Hitzeentwicklung. Im Laufe des Einsatzes wurden immer weitere Feuerwehren angefordert. Große Mengen Löschwasser mussten zur Einsatzstelle gefördert werden.
Neben den Feuerwehren waren Polizei, der ABC-Gefahrgutzug und weitere Hilfsorganisationen beteiligt. Die Bevölkerung wurde vorsorglich aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Straßen im Umfeld der Einsatzstelle mussten zeitweise gesperrt werden.
Gastank ging während des Brandes in die Luft
Ein auf dem Firmengelände aufgestellter Gastank wurde durch die Hitzeeinwirkung so stark beansprucht, dass er explodierte. Nach den damaligen Berichten kündigte sich die Explosion zuvor durch ein deutliches Zischen an.
Teile des Tanks wurden durch die Luft geschleudert. In den Berichten ist von Entfernungen von bis zu rund 100 Metern die Rede. Die Druckwelle war auch außerhalb des Betriebsgeländes spürbar und führte zu klirrenden beziehungsweise beschädigten Fensterscheiben.
Keine gefährliche Schadstoffkonzentration festgestellt
Wegen der brennenden Kunststoffe bestand Sorge vor gefährlichen Stoffen in der Rauchwolke. Deshalb führte der ABC-Gefahrgutzug Messungen durch.
Die spätere Berichterstattung meldete, dass keine gefährliche Schadstoffkonzentration festgestellt worden sei. Die Warnung der Bevölkerung blieb angesichts der starken Rauchentwicklung dennoch eine wichtige Vorsichtsmaßnahme.
Polizei ging von Brandstiftung aus
Die Polizei ging nach den damaligen Erkenntnissen davon aus, dass das Feuer vorsätzlich gelegt worden war. Zeugen wurden gesucht und der Brandort intensiv untersucht.
Spurensuche
Die Ermittler sicherten Proben, die später vom Landeskriminalamt in Hannover untersucht werden sollten.
Spezialhund
Bei der Suche nach Hinweisen auf den Brandstifter kam auch ein speziell ausgebildeter Hund zum Einsatz.
Selbstentzündung ausgeschlossen
Nach dem damaligen Bericht wurde eine Selbstentzündung als Ursache ausgeschlossen.
Millionenschaden und schwieriger Wiederanlauf
Die Angaben zur Schadenshöhe änderten sich im Laufe der Berichterstattung. Zunächst wurden rund 1,5 Millionen Euro genannt, später mehr als zwei Millionen Euro.
Hallen, Maschinen und gelagerte Materialien waren schwer beschädigt oder zerstört. Das Unternehmen beschäftigte damals 18 Mitarbeiter und wollte die Produktion nach Abschluss wichtiger Ermittlungsarbeiten möglichst schnell wieder aufnehmen.
Der damalige Gemeindebrandmeister Lothar Müller zeigte sich erleichtert darüber, dass bei diesem außergewöhnlichen Großbrand keine Menschen verletzt wurden.
Berichte ab dem 27. November 2006
Mehrere damalige Zeitungsartikel dokumentierten den Großbrand, die Explosion des Gastanks, die Ermittlungen wegen Brandstiftung und die Folgen für den Betrieb.
Quellen: Ostfriesen-Zeitung vom 27.11.2006 „Noch in Remels klirrten Scheiben“ und „Polizei ist sich sicher: Es war Brandstiftung“, jeweils Gerwin Gräfe. Weitere Ausschnitte: „Gastank ging in die Luft“, Christine Schneider-Berents; „Brand zerstört Kunststoffbetrieb“; „Produktion soll schnell wieder anlaufen“, C. Ammermann. Bei diesen Ausschnitten ist das genaue Erscheinungsdatum beziehungsweise teilweise die Zeitung im vorliegenden Material nicht eindeutig erkennbar.Großbrand, Explosion und ein glücklicher Ausgang für die Einsatzkräfte
Der Brand gehörte zu den besonders umfangreichen Einsätzen der damaligen Zeit. Trotz extremer Hitze, dichter Rauchentwicklung und der Explosion eines Gastanks blieb die wichtigste Nachricht: Es wurden keine Menschen verletzt.