Über 90 Jahre Feuerwehrgeschichte.
Die Chronik der Feuerwehr Lammertsfehn beginnt mit der Gründung am 12. März 1934. Seitdem haben zahlreiche Kameraden die Entwicklung der Wehr geprägt. Fahrzeuge, Gerätehäuser, Technik und Anforderungen haben sich im Laufe der Jahrzehnte stark verändert – der ehrenamtliche Einsatz für andere ist jedoch geblieben.
Von der Gründung bis in die Gegenwart.
Die Chronik zeigt, wie sich die Feuerwehr Lammertsfehn aus einfachen Anfängen zu einer modernen und einsatzbereiten Wehr entwickelt hat. Dabei geht es nicht nur um Technik und Gebäude, sondern auch um Kameradschaft, Verantwortung und die Menschen, die die Wehr getragen haben.
Gerade diese Mischung aus Geschichte, Wandel und Zusammenhalt macht die Entwicklung der Wehr bis heute besonders. Viele Meilensteine stehen für Fortschritt – und zugleich für den starken Gemeinschaftssinn vor Ort.
Wichtige Stationen der Chronik
Die folgenden Abschnitte bündeln die wichtigsten Ereignisse aus mehr als neun Jahrzehnten Feuerwehrgeschichte – von der Gründung über technische Modernisierung und Jubiläen bis hin zum Neubau des heutigen Feuerwehrhauses.
Gründung der Wehr
Am 12. März 1934 gründeten 35 Männer in der Gaststätte Duin die Freiwillige Feuerwehr Lammertsfehn. Herr Wempen hatte zu dieser Versammlung eingeladen.
Die ersten Amtsträger wurden direkt gewählt: Eilert Oltmanns führte die Wehr, Engelke Aggen war Stellvertreter. Bernhard Behrens, Johann Meyer und Jans Neebuhr übernahmen weitere Funktionen.
Bereits im ersten Jahr wurden Satzungsänderungen beschlossen und der Mitgliedsbeitrag angepasst. Früh zeigte sich ein starker Zusammenhalt innerhalb der jungen Organisation.
Erste Ausrüstung und Gerätehaus
1935 beriet die Wehr über notwendige Ausrüstung und legte erstmals Rechenschaft über ihre Finanzen ab. Nach einer Beschwerde stellte die Gemeinde schließlich 300 Reichsmark bereit.
1937 entschied sich die Wehr für eine Handdruckspritze. Die gebrauchte Tidow-Spritze aus dem Baujahr 1912 wurde in Grohn-Vegesack gekauft und über Zuschüsse, Spenden und Darlehen finanziert.
Am 2. November 1939 bezog die Feuerwehr ein neu errichtetes Gerätehaus auf dem Grundstück von Dieke Oltmanns. Damit erhielt die Ausrüstung erstmals einen festen Standort.
Kriegszeit und Nachkriegsjahre
Auch während des Zweiten Weltkrieges blieb die Feuerwehr einsatzbereit. 1943 wurde ein Brand im Schulgebäude erfolgreich bekämpft.
Nach dem Krieg folgten personelle Veränderungen: Willi Schoon, Karl Duin und Wilhelm Reinekehr führten die Wehr nacheinander.
Am 28. August 1950 übernahm Ernst Hempe das Amt des Ortsbrandmeisters. Unter seiner Führung beschaffte die Wehr eine Motorspritze vom Flugplatz Jever.
Technische Modernisierung
In den 1950er-Jahren begann ein wichtiger Modernisierungsschub. Am 14. Juni 1953 rückte die Wehr zu einem Alarm aus; im September entschied sie sich zusätzlich für ein Transportfahrzeug für die TS 8/8.
Spenden aus der Bevölkerung in Höhe von 536 DM ermöglichten den Kauf eines Fahrzeugs in Aurich. Danach entstand auf dem Grundstück von Eilert Oltmanns ein neues Feuerwehrhaus, an dem die Wehrmänner einen großen Teil der Arbeiten selbst leisteten.
1957 wurde eine neue Motorspritze beschafft; im selben Jahr erreichte die Wehr bei einem Wettbewerb in Nordgeorgsfehn den zweiten Platz. Zwischen 1959 und 1961 führten als ungerecht empfundene Wettbewerbsergebnisse jedoch zu Spannungen, sodass Dienste und Versammlungen zeitweise ruhten. Erst nach der Anschaffung eines neuen Fahrzeugs nahm die Feuerwehr den aktiven Dienst wieder auf.
Im Dezember 1969 verbesserte die öffentliche Wasserversorgung den Brandschutz in Lammertsfehn erheblich, weil inzwischen nahezu alle Haushalte an das Netz angeschlossen waren.
Festigung, Gerätehaus und neue Technik
Am 19. Februar 1972 veranstaltete die Feuerwehr ihr erstes öffentliches Winterfest im Gasthaus Duin und stärkte damit zugleich das gesellschaftliche Leben im Ort.
1973 führten Meinungsverschiedenheiten über die politische Tätigkeit von Wehrführer Ernst Hempe zu Diskussionen. Eine außerordentliche Mitgliederversammlung zeigte jedoch, dass die Mehrheit der Kameraden weiterhin hinter ihm stand.
Zum 40-jährigen Bestehen wurde 1974 mit zahlreichen Ehrengästen gefeiert. Im selben Jahr erhielt Ernst Hempe auf dem Kreisfeuerwehrfest in Veenhusen das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz.
1975 sagte die Gemeinde den Umbau der alten Schule zum Gerätehaus zu; 1976 begann der Umbau und die Wehr zog noch im selben Jahr ein. Zusätzlich erhielt sie neue Uniformröcke, und Ernst Hempe feierte 1976 sein 25-jähriges Dienstjubiläum.
1979 bereitete die Wehr die Anschaffung von Atemschutzgeräten vor, musste aber auch einen tragischen Einsatz bewältigen: Kassjen Bruns kam am 11. Februar 1979 in Selverde durch Rauchgas ums Leben. Am 4. Dezember 1980 erhielt die Feuerwehr schließlich ihr neues TSF VW LT 31.
75-jähriges Jubiläum
Am 12. März 2009 jährte sich die Gründung der Feuerwehr zum 75. Mal. Der Festakt mit Tanzabend fand am 21. März 2009 im Dorfkrug in Detern statt; für die musikalische Unterhaltung sorgte die Band „Paradise“.
Gäste aus Politik und Verwaltung – darunter Bürgermeister Wiard Voß und Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann – würdigten die Arbeit der Wehr. Zu diesem Zeitpunkt bestand sie aus 23 aktiven Mitgliedern und zwölf Alterskameraden; Ortsbrandmeister war Lothar Müller, sein Stellvertreter Edgar Aggen.
Am 8. August 2009 erhielt die Feuerwehr offiziell das neue Einsatzfahrzeug „Florian 35/23“. Das Fahrzeug kostete rund 85.000 Euro, ersetzte das etwa 30 Jahre alte Löschfahrzeug und wurde unter anderem von Samtgemeindebürgermeister Wiard Voß sowie Kreisbrandmeister Theodor de Freese und Ordnungsamtsleiter Thomas Stamm gewürdigt.
Schritt ins digitale Zeitalter
2010 stellte ein Ameisenbefall die Wehr vor eine ungewöhnliche Herausforderung und machte eine zeitweise Schließung des Sitzungsraums nötig.
Am 16. September 2012 folgte ein wichtiger Entwicklungsschritt: Über Funk-DSL konnten Rettungskarten schneller abgerufen sowie Einsätze und Übungen besser vorbereitet werden.
Neubau des Feuerwehrhauses
2014 zeigte sich, dass das bestehende Feuerwehrhaus den Anforderungen nicht mehr genügte. Nach jahrelangen Planungen lagen 2019 konkrete Neubaupläne vor.
Der Neubau sollte zwei Stellplätze, einen Schulungsraum und moderne Umkleidebereiche bieten. Die veranschlagten Kosten lagen zunächst bei rund 550.000 Euro.
Im Oktober 2020 wurde das neue Feuerwehrhaus eingeweiht. Mit Gesamtkosten von rund 520.000 Euro blieb das Projekt unter den ursprünglichen Schätzungen.
Ortsbrandmeister im Überblick
Auch die Ortsbrandmeister sind ein wichtiger Bestandteil der Chronik der Feuerwehr Lammertsfehn. Ihre Amtszeiten stehen für Kontinuität, Verantwortung und unterschiedliche Phasen der Entwicklung der Wehr.
Bilder aus unserer Geschichte
Statt alle Bilder ungeordnet zu zeigen, stehen hier zuerst ein starkes Hauptmotiv und sechs ausgewählte Highlights im Vordergrund. Weitere historische Aufnahmen können bei Bedarf zusätzlich geöffnet werden.
Ein Bild mit Gewicht
Ein starkes Bild aus der frühen Geschichte der Feuerwehr Lammertsfehn. Solche Aufnahmen geben der Chronik ein Gesicht und zeigen, unter welchen Bedingungen Feuerwehrarbeit damals stattfand.
Darunter folgen sechs ausgewählte Aufnahmen, die Fahrzeuge, Mannschaft, Übungen und Gemeinschaft sichtbar machen, ohne die Chronik mit zu vielen Bildern zu überladen.
Historisches Feuerwehrfahrzeug
Mannschaft bei Carl Duin
Historisches Mannschaftsfoto
Übung der Mannschaft
Altersabteilung
Fest und Gemeinschaft
Weitere historische Bilder ansehen Noch 10 zusätzliche Aufnahmen aus der Chronik
Geschichte verpflichtet – und verbindet.
Die Chronik der Feuerwehr Lammertsfehn umfasst heute mehr als 90 Jahre Geschichte. Sie erzählt von Mut, Gemeinschaftssinn, Disziplin und ehrenamtlichem Einsatz – und sie erinnert dankbar an die Kameraden, die den Grundstein für vieles gelegt haben, was heute selbstverständlich erscheint.