Feuerwehr erklärt

Was bedeutet Freiwillige Feuerwehr?

Viele Menschen denken beim Wort Feuerwehr zunächst an eine Berufsfeuerwehr mit einer ständig besetzten Feuerwache. In Lammertsfehn ist das anders: Hier übernehmen ehrenamtliche Einsatzkräfte den Schutz der Bevölkerung – neben Beruf, Familie und Freizeit und trotzdem rund um die Uhr einsatzbereit.

24/7
Freiwillig. Ausgebildet. Einsatzbereit.

Die Mitglieder befinden sich nicht ständig im Feuerwehrhaus. Im Alarmfall lassen sie ihre aktuelle Tätigkeit stehen, fahren zum Feuerwehrhaus und rücken von dort gemeinsam aus.

Im Alltag

Feuerwehr neben Beruf und Familie

Die Mitglieder einer Freiwilligen Feuerwehr arbeiten nicht dauerhaft im Feuerwehrhaus. Sie gehen ihren normalen Berufen nach, verbringen Zeit mit ihren Familien oder schlafen nachts zu Hause.

Geht ein Alarm ein, unterbrechen sie ihre aktuelle Tätigkeit und begeben sich so schnell wie möglich zum Feuerwehrhaus. Dort ziehen sie ihre persönliche Schutzausrüstung an, besetzen die Einsatzfahrzeuge und fahren anschließend zur Einsatzstelle.

Die Feuerwehrleute leisten diese Arbeit freiwillig und ohne reguläre Bezahlung für ihre Einsatztätigkeit. Trotzdem benötigen sie eine umfangreiche Ausbildung und müssen regelmäßig an Übungen und Fortbildungen teilnehmen.

Der Unterschied

Berufsfeuerwehr oder Freiwillige Feuerwehr?

Berufsfeuerwehr

Feuerwehr als Beruf

Berufsfeuerwehrleute arbeiten hauptberuflich bei der Feuerwehr und verbringen ihre Dienstzeit auf der Feuerwache.

Freiwillige Feuerwehr

Feuerwehr als Ehrenamt

Die Mitglieder einer Freiwilligen Feuerwehr üben ihre Feuerwehrtätigkeit ehrenamtlich neben Beruf, Familie und Freizeit aus.

In Deutschland gibt es Berufsfeuerwehren in der Regel nur in größeren Städten. Die nächstgelegenen Berufsfeuerwehren befinden sich in Emden oder Oldenburg. Für Lammertsfehn würde deren Anfahrt im Ernstfall jedoch zu lange dauern. Deshalb übernimmt hier die Freiwillige Feuerwehr den örtlichen Brandschutz und die Hilfeleistung.

Ausbildung

Feuerwehrlehrgänge und regelmäßige Ausbildungsdienste bereiten die Einsatzkräfte auf ihre Aufgaben vor.

Einsatzbereitschaft

365 Tage im Jahr, sieben Tage die Woche und rund um die Uhr für Notfälle verfügbar.

Alarmierung

Im Einsatzfall verlassen die Mitglieder Wohnung, Arbeitsplatz oder andere Aufenthaltsorte und fahren zum Feuerwehrhaus.

Ausstattung

Die Stadt oder Gemeinde ist für Einrichtung und Ausstattung der Feuerwehr zuständig.

Was das bedeutet

Ein Alarm lässt sich nicht planen

Ein Feuerwehreinsatz kann am Tag, in der Nacht, während der Arbeit, am Wochenende oder an einem Feiertag eingehen. Die Einsatzkräfte müssen deshalb im Ernstfall sehr kurzfristig reagieren.

Nach einem nächtlichen Einsatz beginnt für viele Mitglieder wenige Stunden später wieder der normale Arbeitstag. Auch Übungen finden häufig nach Feierabend statt, weil die Mitglieder tagsüber ihren Berufen nachgehen.

Private Fahrzeuge auf dem Weg zum Feuerwehrhaus

Bei einer Alarmierung fahren viele Feuerwehrleute zunächst mit ihrem privaten Pkw zum Feuerwehrhaus. Erst dort steigen sie in die Feuerwehrfahrzeuge um und rücken gemeinsam zur Einsatzstelle aus.

Andere Verkehrsteilnehmer sollten deshalb besonders aufmerksam sein, wenn sich nach einer Alarmierung mehrere Fahrzeuge in Richtung Feuerwehrhaus bewegen.

Parkplätze und Zufahrten freihalten

Die Parkplätze am Feuerwehrhaus benötigen die Einsatzkräfte im Alarmfall. Freie Zufahrten und Parkmöglichkeiten helfen dabei, ohne unnötige Verzögerung zum Einsatz auszurücken.

Deshalb sollten diese Bereiche nicht durch andere Fahrzeuge blockiert werden.

Nicht nur Einsätze

Üben, prüfen, vorbereiten

Feuerwehrarbeit besteht nicht nur aus Einsätzen. Die Mitglieder müssen regelmäßig üben, Fahrzeuge und Geräte kontrollieren sowie ihre Kenntnisse auffrischen.

Da viele Feuerwehrleute berufstätig sind, finden diese Tätigkeiten überwiegend nach Feierabend statt. Dabei müssen gelegentlich auch Pumpen, Aggregate oder andere Geräte getestet werden.

Diese Arbeiten dienen dazu, Fahrzeuge und Ausrüstung im Einsatzfall funktionsfähig bereitzuhalten. Gleichzeitig trainiert die Mannschaft Abläufe, damit im Ernstfall jeder Handgriff möglichst sicher sitzt.

Einsatzfahrt

Blaulicht und Martinshorn

Besonders nachts können Blaulicht und Martinshorn störend wirken. Trotzdem sind die Warnsignale bei dringenden Einsatzfahrten notwendig. Sie machen andere Verkehrsteilnehmer frühzeitig auf das herannahende Einsatzfahrzeug aufmerksam, damit der benötigte Weg freigemacht werden kann.

Wenn ein Feuerwehrfahrzeug nachts mit Blaulicht und Martinshorn unterwegs ist, befinden sich die Einsatzkräfte auf dem Weg zu Menschen, Tieren oder Sachwerten, die möglicherweise dringend Hilfe benötigen.

Alarmierung

So erfahren die Einsatzkräfte vom Einsatz

Im Normalfall erfolgt die Alarmierung über eine stille Alarmierung. Dazu dienen insbesondere Funkmeldeempfänger oder eine entsprechende Handy-App. Eine Sirenenalarmierung erfolgt nur noch in besonderen Fällen.

1

Alarm geht ein

Funkmeldeempfänger oder Handy-App informieren die Einsatzkräfte unmittelbar über den neuen Einsatz.

2

Zum Feuerwehrhaus

Die Mitglieder unterbrechen ihre aktuelle Tätigkeit und machen sich auf den Weg zum Feuerwehrhaus.

3

Gemeinsam ausrücken

Nach dem Anlegen der Schutzausrüstung werden die Einsatzfahrzeuge besetzt und die Mannschaft rückt zur Einsatzstelle aus.

Ehrenamt

Freiwillige Feuerwehr bedeutet Einsatzbereitschaft und Verantwortung

Freiwillige Feuerwehr bedeutet, dass Menschen freiwillig einen Teil ihrer Freizeit einsetzen, sich ausbilden lassen, regelmäßig üben und im Notfall anderen Menschen helfen.

Auch wenn sich die Einsatzkräfte nicht dauerhaft im Feuerwehrhaus befinden, steht die Freiwillige Feuerwehr für Notfälle jederzeit bereit. Dieses ehrenamtliche Engagement trägt wesentlich dazu bei, den Brandschutz und die Hilfeleistung vor Ort sicherzustellen.

Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr.