Richtig handeln bei Entstehungsbränden

Tips zu Feuerlöschern sicher & gezielt einsetzen.

Tips zu Feuerlöschern helfen dabei, einen Feuerlöscher im Ernstfall sicher und gezielt einzusetzen. Entscheidend sind die richtige Auswahl, eine verständliche Bedienung und das passende Löschmittel. Gleichzeitig gilt immer: Die eigene Sicherheit hat Vorrang.

Wichtig: Einen Löschversuch nur beginnen, wenn der Brand klein und überschaubar ist, eine sichere Fluchtmöglichkeit besteht und keine Eigengefährdung entsteht. Bei starkem Rauch oder schneller Brandausbreitung den Gefahrenbereich verlassen und 112 wählen.

Eigene Sicherheit Nur Entstehungsbrände bekämpfen

Bei starker Rauchentwicklung oder schneller Ausbreitung sofort zurückziehen und 112 wählen.

Passendes Löschmittel Brandklasse beachten

Die Kennzeichnung auf dem Feuerlöscher zeigt, für welche Brandklassen das Gerät vorgesehen ist.

Einsatzbereit Sichtbar, erreichbar und geprüft

Feuerlöscher gut erreichbar bereitstellen und regelmäßig durch Fachkräfte prüfen lassen.

Anforderungen & Kennzeichnung

Die Bedienung muss schnell verständlich sein

Die Gebrauchsanweisung auf dem Löschmittelbehälter soll leicht verständlich und schnell erfassbar sein. Bildzeichen und kurze Hinweise zeigen die notwendigen Bedienungsschritte. Für tragbare Feuerlöscher gelten die Anforderungen der Normenreihe DIN EN 3; ein tragbarer Feuerlöscher darf ein maximales Bruttogewicht von 20 kg nicht überschreiten.

Sichere Handhabung

  • Zulässigen Temperaturbereich des Gerätes beachten.
  • Griffe, Sicherung und Auslöseeinrichtung müssen sicher bedienbar sein.
  • Gebrauchsanweisung und Kennzeichnung vor dem Einsatz beachten.
  • Gerät nur bestimmungsgemäß verwenden.

Bereitstellung & Wartung

  • Gut sichtbar oder entsprechend gekennzeichnet bereitstellen.
  • Leicht erreichbar halten und vor schädlichen Einflüssen schützen.
  • Regelmäßig prüfen und instand halten lassen.
  • Schäden, Korrosion und altersbedingte Beeinträchtigungen rechtzeitig erkennen lassen.
Kennzeichnung & Brandklassen

Wichtige Bilder richtig lesen

Ein Feuerlöscher erklärt auf dem Gerät selbst bereits vieles: Welche Brandklassen er abdeckt, wie er bedient wird und worauf beim Einsatz zu achten ist. Die folgenden Darstellungen helfen, die wichtigsten Punkte schneller zu verstehen.

Beschriftung und Kennzeichnung eines Feuerlöschers

Beschriftung eines Feuerlöschers

Das Beschriftungsbild zeigt, welche Informationen direkt auf dem Feuerlöscher zu finden sind. Dazu gehören unter anderem die Brandklassen, Bedienhinweise, Sicherheitsangaben, Prüfinformationen und Angaben zum Löschmittel.

  • Vor dem Einsatz kurz die Piktogramme und Hinweise prüfen.
  • Auf zugelassene Brandklassen und besondere Warnhinweise achten.
  • Auch Wartungs- und Prüfangaben gehören zur sicheren Nutzung dazu.
Brandklassen bei Feuerlöschern

Brandklassen verstehen

Nicht jeder Feuerlöscher ist für jedes Feuer geeignet. Das Bild zu den Brandklassen zeigt, für welche Arten von Bränden ein Gerät verwendet werden darf.

  • A: feste, glutbildende Stoffe wie Holz, Papier oder Textilien.
  • B: flüssige oder flüssig werdende Stoffe.
  • C: Gase.
  • D: Metallbrände.
  • F: Speiseöle und Speisefette.
Löscherarten im Überblick

Aufbau und Unterschiede erklärt

Feuerlöscher unterscheiden sich nicht nur durch das Löschmittel, sondern auch durch ihren Aufbau. Die folgenden Grafiken zeigen typische Geräte und erklären, wofür sie gedacht sind und worauf bei der Handhabung zu achten ist.

Schema eines Kohlendioxidlöschers

Kohlendioxidlöscher – Aufbau

Das Schema zeigt die wichtigsten Bauteile eines CO₂-Löschers. Typisch sind Behälter, Sicherung, Betätigungsarmatur und das Löschhorn. Kohlendioxid verdrängt den Sauerstoff am Brandherd und löscht rückstandsfrei.

  • Geeignet vor allem für Brandklasse B und häufig bei elektrischen Anlagen.
  • Das Löschhorn nicht am Ausblasbereich anfassen – starke Kältegefahr.
  • In kleinen, schlecht belüfteten Räumen besonders umsichtig einsetzen.
Kohlendioxidlöscher mit Löschhorn

Kohlendioxidlöscher – Gerätedarstellung

Diese Darstellung zeigt einen typischen CO₂-Löscher. Sein Vorteil ist das rückstandsfreie Löschen, weshalb er zum Beispiel bei empfindlichen elektrischen Geräten interessant sein kann.

  • Kein Löschpulverrückstand.
  • Gute Sicht auf die Form mit Löschhorn und Armatur.
  • Nur passend zur vorgesehenen Brandklasse einsetzen.
Dauerdrucklöscher

Dauerdrucklöscher

Beim Dauerdrucklöscher stehen Löschmittel und Treibmittel dauerhaft unter Druck im selben Behälter. Dadurch ist das Gerät schnell einsatzbereit und im Privatbereich häufig anzutreffen.

  • Schnell einsatzbereit.
  • Typische Bauart für viele tragbare Feuerlöscher.
  • Auch hier sind regelmäßige Prüfung und fachgerechte Wartung wichtig.
Aufladelöscher

Aufladelöscher

Beim Aufladelöscher sind Löschmittel und Treibmittel zunächst getrennt. Erst beim Auslösen wird der notwendige Druck aufgebaut. Diese Bauart wird oft als robust und wartungsfreundlich beschrieben.

  • Treibmittel und Löschmittel getrennt gelagert.
  • Druckaufbau erst beim Betätigen.
  • Im gewerblichen Bereich häufig anzutreffen.
PD6 Pulverlöscher

PD 6 – Beispiel für einen tragbaren Pulverlöscher

Das Bild zeigt einen typischen 6-kg-Pulverlöscher. Solche Geräte sind weit verbreitet und decken je nach Ausführung häufig mehrere Brandklassen ab. Pulverlöscher haben eine starke Löschwirkung, verursachen nach dem Einsatz aber Rückstände.

  • Häufig sehr wirkungsvoll bei Entstehungsbränden.
  • Nach dem Einsatz entsteht Löschpulver, das gereinigt werden muss.
  • Immer Kennzeichnung und Brandklassen des konkreten Geräts beachten.
Die auf dieser Seite verwendeten Abbildungen zu Feuerlöschern, Brandklassen und Löschtechnik werden mit freundlicher Genehmigung der GLORIA GmbH verwendet.
Entstehungsbrand

Früh handeln – aber niemals sich selbst gefährden

Brände beginnen häufig klein und können sich schnell ausbreiten. Ein geeigneter und schnell erreichbarer Feuerlöscher kann helfen, einen Brand bereits in seiner Entstehungsphase zu bekämpfen. Voraussetzung ist, dass das Löschmittel zur jeweiligen Brandklasse passt und der Löschversuch gefahrlos möglich ist.

Bis zum Eintreffen der Feuerwehr: Nur dann löschen, wenn der Brand noch klein und überschaubar ist. Entwickelt sich starker Rauch oder breitet sich das Feuer aus, andere Personen warnen, den Bereich verlassen und unverzüglich den Notruf 112 wählen.

Richtige Löschtechnik

Feuerlöscher gezielt einsetzen

Die Bedienung kann sich je nach Bauart unterscheiden. Deshalb immer die Anleitung auf dem jeweiligen Feuerlöscher beachten. Für die eigentliche Brandbekämpfung enthält die bestehende Seite folgende Hinweise.

Tips zu Feuerlöschern – Flächenbrand richtig löschen

Flächenbrände

Von vorne nach hinten bekämpfen. Möglichst gezielt und stoßweise löschen und, wenn möglich, eine Löschmittelreserve für eine mögliche Wiederentzündung zurückhalten.

Tips zu Feuerlöschern – Tropf- und Fließbrände richtig löschen

Tropf- und Fließbrände

Von oben nach unten bekämpfen. An der Austrittsstelle beginnen und anschließend nach unten weiterarbeiten.

Mehrere Feuerlöscher gleichzeitig einsetzen

Mehrere Feuerlöscher

Wenn mehrere geeignete Geräte und ausreichend Personen zur Verfügung stehen, die Löscher gleichzeitig und nicht nacheinander einsetzen.

Tips zu Feuerlöschern – auf Wiederentzündung achten

Wiederentzündung

Nach erfolgreicher Brandbekämpfung die Brandstelle weiter beobachten, solange dies gefahrlos möglich ist beziehungsweise bis die Feuerwehr übernommen hat.

Nach dem Einsatz

Benutzte Feuerlöscher nicht einfach zurückstellen

Ein eingesetzter oder aktivierter Feuerlöscher muss anschließend durch eine entsprechend qualifizierte Fachkraft geprüft und wieder einsatzbereit gemacht beziehungsweise neu befüllt werden.

Prüfen lassen

Einen benutzten Feuerlöscher nicht wieder ungeprüft an seinen Platz stellen.

Neu befüllen / einsatzbereit machen

Nach dem Einsatz durch eine qualifizierte Fachkraft prüfen und wieder vollständig einsatzbereit machen lassen.

Grundsatz

Eigene Sicherheit hat immer Vorrang

Bekämpfen Sie einen Entstehungsbrand nur, wenn eine sichere Fluchtmöglichkeit vorhanden ist und keine Eigengefährdung besteht. Bei starkem Rauch, schneller Brandausbreitung oder einer unsicheren Situation: Gefahrenbereich verlassen, andere warnen und 112 wählen.